Nicht alle Lebensmittelzusatzstoffe sind gleich – doch zwei Kategorien haben sich als besonders wirksam in Bezug auf die Darmgesundheit erwiesen: Emulgatoren und künstliche Süßstoffe.
Emulgatoren: Die „Spülmittel“ in Ihrem Salatdressing
Emulgatoren verhindern, dass sich Öl und Wasser trennen. Sie sorgen dafür, dass Pflanzenmilch cremig bleibt, sich das Salatdressing nicht entmischt und das Eis eine geschmeidige Konsistenz hat. Man findet sie auch in Lebensmitteln, die als „gesund“ vermarktet werden, wie etwa Proteinriegeln.
Das Problem besteht darin, dass Emulgatoren im Grunde Tenside sind – also jene Art von Molekülen, die Fett von einer Pfanne lösen. Die Darmschleimhaut ist auf eine dünne Schleimschicht als Barriere angewiesen, die verhindert, dass die Billionen von Bakterien im Darm in die Blutbahn gelangen. Diese Barriere spielt eine zentrale Rolle bei dem, was oft als „Leaky-Gut-Syndrom“ oder erhöhte Darmdurchlässigkeit bezeichnet wird – einem Zustand, in dem sich die schützende Schleimhaut ausdünnt oder abschwächt. Studien am Menschen haben gezeigt, dass einer der am häufigsten verwendeten Emulgatoren dazu führt, dass Darmbakterien näher an diese Barriere heranrücken, als es eigentlich der Fall sein sollte, wodurch die schützende Schleimschicht ausgedünnt wird.1 Sobald der Darm auf diese Weise durchlässig wird, können Bakterienfragmente, sogenannte Endotoxine, in die Blutbahn gelangen und eine entzündliche Immunreaktion auslösen. Die Forschung steckt zwar noch in den Kinderschuhen, doch die Hinweise sind aussagekräftig genug, um sie ernst zu nehmen.
Die Lösung ist einfach: Achten Sie beim Blick auf die Zutatenliste auf Emulgatoren wie Cellulosegummi / Carboxymethylcellulose (E466) und Polysorbat 80 (E433). Eine gute Faustregel lautet: Wenn es sich um ein Lebensmittel handelt, das man problemlos in der eigenen Küche zubereiten könnte (z. B. einfache Milchprodukte, Sojamilch, ein klassisches Dressing), ist es meist unbedenklich. Bei Lebensmitteln, die eine lange Liste von Zusatzstoffen benötigen, um ihre Form zu behalten – wie etwa Tiefkühldesserts oder bei veganen Fleischalternativen – lohnt sich ein genauerer Blick.
Künstliche Süßstoffe: Kein Zucker, aber auch nicht neutral
Kalorienfreie Süßstoffe werden oft als „gesündere“ Alternative zu den üblichen Verdächtigen vermarktet: Maissirup, Maissirup mit hohem Fructosegehalt (HFCS), Saccharose und den vielen anderen Zuckerquellen, die sich auf den Etiketten verarbeiteter Lebensmittel verbergen.
Doch der Verzicht auf Zucker bedeutet nicht, dass auch die Wirkung auf den Körper ausbleibt. In einer randomisierten kontrollierten Studie veränderten zwei der am häufigsten verwendeten Süßstoffe – Sucralose und Saccharin – die Zusammensetzung der Darmbakterien bei den Teilnehmern und beeinflussten den Blutzuckerspiegel negativ, obwohl sie keinerlei Kalorien enthielten.2-3
Das bedeutet jedoch nicht, dass künstliche Süßstoffe schlechter sind als Zucker. Für Menschen, die mit Zuckersucht oder Übergewicht zu kämpfen haben, sind sie in der Regel dennoch die bessere Wahl. Sie sind jedoch kein Freibrief für unbegrenzten Konsum. Da sie die Darmflora negativ beeinflussen, eignen sie sich am besten als Zwischenschritt zur Reduzierung von Zucker, nicht als täglicher Ersatz dafür.
Das Fazit lautet: Unverarbeitete oder nur minimal verarbeitete Lebensmittel bleiben die besten Freunde Ihres Darms. Wenn Sie doch einmal zu einem verarbeiteten Produkt greifen, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Zutatenliste. Laden Sie sich bei JANISER® eine kostenlose Einkaufsliste mit vollwertigen, natürlichen und präbiotikareichen Lebensmitteln herunter, um noch heute den Weg zu einer besseren Darmgesundheit einzuschlagen. Für tolle und gesunde Rezeptideen können Sie sich die kostenlose App unserer Partner von SevenCooks herunterladen, verfügbar im App Store und im Google Play Store.
- https://www.gastrojournal.org/article/S0016-5085%2821%2903728-8/fulltext
- https://doi.org/10.1053/j.gastro.2021.11.006
- https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35987213/
Bild: Irma Sjachlan



